Der Stadtteil Rothenburgsort
Rothenburgsort ist ein Stadtteil mit Entwicklungsperspektiven – die logische Fortsetung der HafenCity. Zwischen der wachsenden „Hafencity“, den Planungen für Olympia (oder anderes) auf dem Kleinen Grasbrook und den internationalen Ausstellungen IBA und IGS in Wilhelmsburg liegt unser Stadtteil im Herzen der „Wachsenden Stadt“. Wo, wenn nicht hier, beginnt der „Sprung über die Elbe“? Viele engagierte Bürgerinnen und Bürger lieben und prägen diesen Stadtteil. Sie fördern und fordern Zukunftsperspektiven.
Der Stadtteil ist geprägt durch ein enges Nebeneinander von großflächigem, verkehrsintensivem Gewerbe und einem isolierten Wohnquartier (”Insellage”) mit ca. 8200 Einwohnern. Trotz einiger Erfolge im Rahmen des Programms „Soziale Stadtteilentwicklung“ wird das Potenzial des grünen Stadtteils mit Wasserlage, kurzer Distanz zur Innenstadt und günstigen Mieten noch lange nicht ausgeschöpft.
So bieten z.B. der Elbpark Entenwerder mit seinen großzügigen Freizeit- und Parkanlagen oder die Elbinsel Kaltehofe mit ihrer seltenen Flora und Fauna stadtnahe Erholungsmöglichkeiten. Dank des europäischen Elbuferwanderwegs gibt es eine Fuß- und Radwegverbindung in die nur ca. vier Kilometer entfernte Innenstadt.
Die zahlreichen Vereine z.B. im Wassersportbereich, die Altentagesstätte, das Haus der Familie, das Stadtteilhaus “RothenBurg” oder das Spielhaus Trauns Park sind wichtige Grundpfeiler der sozialen Infrastruktur in Rothenburgsort. Ergänzt wird dieses Angebot durch sich entwickelnde alternative Kunstprojekte (z.B. Galerie Oel-Früh), eine Golf Lounge in bester Lage mit Blick auf die Elbbrücken und das große Engagement vieler Rothenburgsorterinnen und Rothenburgsorter, z.B. im Stadtteilrat oder im neuen Stadtteilhaus “Die RothenBurg”.
Doch all diese positiven Faktoren und auch die unmittelbare Nachbarschaft zum Leitprojekt der derzeitigen Hamburger Stadtentwicklung, der „Hafencity“, führen im Moment nicht dazu, dass Rothenburgsort eine Aufwertung erfährt.
Eher das Gegenteil ist der Fall:
- Nach Schließung der Sekundarstufe I an der einzigen lokalen Schule hat es Rothenburgsort schwerer, Familien im Stadtteil dauerhaft anzusiedeln.
- Die Lärmbelästigung durch laute Abschleppfahrzeuge, die mangelnde Ausstattung des S-Bahnhofs in Rothenburgsort oder die Schließung des Ortsamtes tragen ebenfalls nicht zur Verbesserung der Situation im Stadtteil bei.
- Die katastrophale Situation am Rothenburgsorter Marktplatz demotiviert die Bewohnerinnen und Bewohner. Als wichtigster Einzelhandelsstandort für die Versorgung des Stadtteils sollte er schon lange umgebaut werden, doch der Prozess gerät immer wieder ins Stocken.
- Die für Gewerbe oder Wohnen geeignete Fläche des ehemaligen „Huckepackbahnhof“ liegt ebenfalls brach.
- Das Programm „Soziale Stadtteilentwicklung“ wurde Ende 2007 eingestellt. Viele wichtige Impulse dieser Institution im Stadtteil drohen verloren zu gehen.
Rothenburgsort war schon immer durch seine Lage zwischen Wasser und Industrie vom Rest Hamburgs räumlich isoliert („Insellage“). Dieser Zustand wird durch die Verkehrsführung an der Kreuzung Billhorner Brückenstraße B4/75 – Billhorner Röhrendamm („Kleeblatt“) negativ verstärkt.
Rothenburgsort gehört zu den sozial schwächeren Stadtteilen in Hamburg. Die Arbeitslosenquote in Rothenburgsort lag im Dezember 2007 bei 9,7 % (im Vergleich zu 6,2% im Hamburger Durchschnitt). 21,8% der Rothenburgsorter bezogen im Jahr 2006 Leistungen nach SGB II (Hartz IV) (Hamburger Schnitt: 11,9%).
Gerade hier ist eine intensive und zielgruppengerechte Betreuung der Jugendlichen im Stadtteil unabdingbar. Das „Haus der Jugend Rothenburgsort“ ist allerdings in einem sehr mangelhaften baulichen Zustand (z.B. Dach, Fenster, Heizung). Hier hoffen wir, dass sich durch den neuen Raumbedarf der “Primarschule” etwas tun wird”!
Zwischen all diesen Chancen und Risiken für die Entwicklung von Rothenburgsort bewegen sich unsere Rothenburgsorter SPD-Abgeordneten mit ihrer täglichen politischen Arbeit. Die Perspektive ist dabei jedoch immer klar: Rothenburgsort ist eine attraktive, vergessene Idylle an der Elbe und muss ein wichtiger Bestandteil der „Menschlichen Metropole“ Hamburg werden.

